VORSORGE
Langweilig — aber wichtig!
8 unabdingbare Formalitäten, die Sie ohne Wenn und Aber geregelt haben sollten. Dies ist in Ihrem Interesse und in jenem Ihrer Angehörigen. Um Ihnen diesen Prozess zu erleichtern, überlasse ich Ihnen Mustervorlagen.
Ihr Testament sollte auf Gültigkeit, Plausibilität und Umsetzbarkeit geprüft sein. So erhalten Sie die Sicherheit, dass die bereits bestehende Regelung noch den aktuellen gesetzlichen Formvorschriften und Rahmenbedingungen entspricht.
Vorlage: (Keine Vorlage, da zu individuell.)
Der Vorsorgeauftrag ermöglicht einer handlungsfähigen Person die Gestaltung der eigenen Angelegenheiten für den Fall der zukünftigen Urteilsunfähigkeit. Die gesamte Personen- und Vermögenssorge sowie die Vertretung im Rechtsverkehr kann geregelt werden (Art. 360 ZGB). Die Errichtung eines Vorsorgeauftrages ist an Formvorschrfiten geknüpft (Art. 361 ZGB). Er muss entweder vollständig von hand geschrieben, datiert und unterzeichnet oder durch einen Notar öffentlich beurkundet werden.
Vorlage: siehe unten
In einer Patientenverfügung kann eine urteilsfähige Person festlegen, wie sie im Fall ihrer Urteilsunfähigkeit medizinisch behandelt werden will. Sie bestimmt, welchen medizinischen Massnahmen sie zustimmt oder nicht (Art. 370 Abs. 1 ZGB) und/oder welche Vertrauensperson in ihrem Namen über eine medizinische Massnahme entscheiden soll.
Der Vertretungsperson können konkrete Weisungen erteilt werden (Art. 370 Abs. 2 ZGB). Die Patientenverfügung muss schriftlich abgefasst, datiert und von der verfügenden Person eigenhändig unterzeichnet werden (Art. 371 Abs. 1 ZGB). Sie entfaltet ihre Wirkung erst, wenn die verfügende Person urteilsunfähig ist und dauert nur solange die Urteilsunfähigkeit fortbesteht.
Die Patientenverfügung gilt als wirklicher Wille der betroffenden Person im Zeitpunkt des Eingriffs. Der Arzt entspricht der Patientenverfügung allerdingst nicht, wenn sie gegen das Gesetz verstösst oder wenn begründete Zweifel bestehen, dass sie auf freiem Willen beruht oder noch dem mutmasslichen Willen der verfügenden Person entspricht (Art. 372 Abs. 2 ZGB).
Vorlage: siehe unten
Mit einer Begünstigtenerklärung/Begünstigungserklärung bei Ihrer Pensionskasse können Sie frühzeitig bestimmen, was im Todesfall mit Ihren Vorsorgegeldern passieren soll. Ohne letztwillige Begünstigung würde die gesetzliche Erbfolge eintreten, womit Konkubinatspartner leer ausgehen und die Nachkommen, Eltern, Geschwister usw. in der Parentelenfolge erben würden. Wenn ein Lediger ohne Kinder stirbt, fällt sein Altersguthaben an die Pensionskasse. So steht es im Gesetz.
Vorlage: Ihre Pensionskasse stellt Ihnen die für Sie gültige Begünstigtenerklärung zur Verfügung.
Mit einer konsolidierten Übersicht Ihrer Vermögenswerte müssen Ihre Hinterbliebenen und Ihr Willensvollstrecker nicht mühsamst nach Ihren Vermögenswerten suchen. Dies erspart einen enormen Aufwand und Kosten.
Vorlage: siehe unten
Als natürliche Folge der fortschreitenden Technologisierung und Globalisierung verfügen die allermeisten Menschen heute über zahlreiche Logins und Passwörter. Eine übersichtliche und chronologisch geordnete Liste Ihrer Passwörter und Logindaten ermöglicht es Ihren vertrauten Angehörigen und allen voran Ihrem Willensvollstrecker, Ihren letzten Willen effizient und angenehm umzusetzen.
Vorlage: Mit Excel in wenigen Minuten erstellt.
Der vom Erblasser im Testament festgehaltene Willensvollstrecker hat den letzten Willen des Erblassers umzusetzen, die Erbschaft zu verwalten, die Schulden des Erblassers zu bezahlen, die Vermächtnisse auszurichten und die Teilung nach den vom Erblasser getroffenen Anordnungen oder nach den Vorschriften des Gesetzes auszuführen. Damit Ihr Willensvollstrecker nicht nur in Ihrem Sinne handelt, sondern auch Softfaktoren und etwaige Geheimnisse — welche nicht ins Testament fanden — berücksichtigen kann, ist es ratsam, solche Punkte vorgängig mit Ihrem Willensvollstrecker besprochen zu haben und als Gedankenstütze in einem separaten und eventuell nur für die Augen des Willensvollstreckers bestimmten Schriftstück festzuhalten.
Vorlage: (keine Vorlage, da zu individuell)
Ein letzter Brief gibt Ihnen die Möglichkeit, nach Ihrem Ableben nochmals eine Botschaft mit bleibenden und schönen Worten zu hinterlassen. Ihrer Familie und Ihren Angehörigen hilft ein solcher Brief, die Situation nach Ihrem Ableben besser zu verarbeiten.
Vorlage: (keine Vorlage, da zu individuell)
Die Aufbwahrung dieser Dokumente
Die Aufbewahrung der Patientenverfügung bei einem Notar oder Anwalt ist leider nur bedingt praxisfähig. Besser wäre eine Person, welche grundsätzlich 7x24 erreichbar ist (also auch am Wochendende und in der Nacht). Ratsam ist es, dass Sie eine Hinweiskarte in Ihrer Brieftasche mitführen, welche Aufschluss darüber gibt, bei welcher Person Sie Ihre Patientenverfügung hinterlegt haben (inklusive Kontaktdaten zu dieser Person).
Die restlichen Dokumente verwahren Sie am besten bei Ihrer Vertrauensperson oder Ihrem Willensvollstrecker.
